Irgendwann gaaaaanz am Anfang der 90er war es soweit. Es war nicht Weihnachten, nicht Ostern, nicht mein Geburtstag. Es war alles zusammen. Der erste Sex? Führerschein? Schulabschluss? Geschenkt! DAS war größte Tag meines Lebens: eine, sagen wir mal, „Investorengruppe“ bestehend aus meinem Sparschwein, meinen Eltern und Oma & Opa hat mir mein erstes Mountainbike gekauft. Oh, what a day!

Specialized FatBoy
Kein Mountainbike, aber genau so alt. Hier ein unserer allerersten Bilder eines FATBikes.

Seit dem entwickelt sich das Thema weiter, ich war immer live dabei. Die größten Trends drehten und drehen sich um Anzahl und Abstufung der Gänge, das Gewicht (und damit das Rahmenmaterial), die Federung und die Entwicklung der Geometrien für spezielle Einsätze. Warum langweile ich hier nun mit meiner Lebensgeschichte? Naja, irgendwann, nach vielen glücklichen und sorglosen Jahren mit 26″ Mountainbikes hat die Industrie das Thema Rad- und Reifengrößen entfesselt. Das hat zu gruseligen 29″ Bikes geführt, aber endlich auch den gleichaltrigen (jedoch in seiner Entwicklung bis dahin praktisch komplett stehengebliebenen) Bruder des Mountainbikes, das FATBike, salonfähig gemacht.
Aber die Evolution macht auch vor’m Fatty nicht Halt – und darum dreht sich unser heutiger Artikel!

Ein Fels in der Brandung

Klassische FATBike-Breite

Fatties haben einen ganz besonderen Charme. Sie sind – bis auf ein paar Ausnahmen – eher rustikal, ein wenig grobschlächtig, urtümlich und original. Wir haben das mal mit „Back to the roots“ beschrieben. Sie sind quasi der Fels in der Brandung der stürmischen Mountainbike-Welt, an dem der hektische Wettlauf um das „nächste große Ding“ weitgehend unbemerkt vorüberzieht. Aber die Bike-Branche wäre nicht die Bike-Branche, wenn sie nicht auch versuchen würde, uns FATBiker mit einem neuen Radformat zu beglücken: 27.5 FAT. Nicht 27.5 Plus (auch bekannt als 650b+ – „Sicks fiffti bi plas“), wir sprechen von einem FAT Format. Kritiker mögen hier, nicht ganz zu unrecht einwerfen: genau darauf haben wir gewartet. Nicht.

27.5 FAT. Warum geht’s da so genau?

Nun ja, erstmal müssen wir gestehen, dass das Thema so neu nun auch wieder nicht ist. 650B+ kennt man vom MTB Bereich: da werden Reifen mit irgendwas um die 2.5-3.0 Zoll Breite auf ungefähr 35 +/-5mm breite Felgen gespannt. 27.5 FAT geht da deutlich weiter: echte 80mm breite FATBike Felgen werden auf 27.5″ ausgerollt, dazu kommen Reifen mit mehr als 3.0″ Breite. Das Ganze ist , wie gesagt, nicht neu, schon das Rocky Mountain Suzi Q und das Trek Farley haben als Exoten auf dieses Radformat gebaut. Trotzdem hat sich das Thema nie so recht durchgesetzt und wir haben ihm auch keine nennenswerten Chancen eingeräumt. Wer braucht schon eine Nische in der Nische?!?

Suzi Q, ein Exot in Sache Laufräder

Seit einiger Zeit gibts es aber eben auch das nötige Material, um sein Fatty auf ein anderes Radformat umzurüsten: Felgen bzw. Laufräder im 27.5″ Format* und passende Reifen liegen in den einschlägigen Shops. Und es werden immer mehr. Zeit für uns, das Thema Umrüstung doch mal näher zu beleuchten. Denn für uns wirft das erstmal eine Menge Fragen auf. Wie hoch und breit bauen die Reifen? Passt das Ganze in ein herkömmliches FATBike? Ändert sich das Gewicht? Was ist mit dem Fahrkomfort und Lenkverhalten? Was für Schläuche kommen da rein? Und die wichtigste Frage von allen: was soll bzw. bringt das Ganze?!?

Theoretisch? Gut!

650B FAT

Wir haben mal ein wenig über die Theorie eines größeren Radformats sinniert. Prinzipiell sollte sich dabei das Verhältnis aus Metall und Gummi verschieben. Wir unterstellen, dass die Reifen ihre Bauhöhe verringern, also ein anderes Verhältnis aus Höhe und Breite haben, als klassische 26″ Pellen. Denn sonst steigt der Raddurchmesser – und dann wird’s eng im Rahmen… Wir gehen also davon aus, dass man einen flacheren Reifen auf einer etwas größeren Felge bekommt.

27.5 (links) und 26 (rechts) im Vergleich

Was diese Verschiebung ausmacht sieht man gut auf dem Bild oben. Abgesehen vom zu erwartenden Vorteil beim Gewicht – mehr leichtes Alu, weniger schweres Gummi – könnte hier ein handfester Vorteil beim Fahrverhalten lauern. Denn flachere Reifen sind weniger schwabbelig. Und das schwammige Fahrverhalten hält sich ja hartnäckig als größtes Manko des FATBikes. Vor allem bei denen, die noch nie auf einem gesessen sind…

Was sagt die Quelle?

Unterschiedliche Höhe der Naben

Wir haben uns mal ein wenig bei den Herstellern umgehört, denn hinter jeder Entwicklung steckt ja eine Idee. Also zumindest sollte sie das… Und da wurde uns dann tatsächlich auch genau das bestätigt. Angeblich kann man mit einem 27.5 FAT Laufradsatz Gewicht sparen. Das spart Energie und macht dich schneller. Und das Bike soll sich zackiger und direkter lenken. Wie beim Auto: Niederquerschnittsreifen machen den Pott sportlicher. Naja, zumindest dort funktioniert es.

Den Gnarwhal kennen wir schon in 26″. Der hier ist ein echtes Monster!

Klingt also alles erstmal ganz spannend. Natürlich verlassen wir uns weder auf unsere bierseelige Theorie noch auf die Versprechungen der Marketingstrategen. Statt dessen haben wir uns mit einem Satz Laufrädern und reichlich 27.5 FAT Reifen eingedeckt um uns hier zuerst einen Überblick und dann eine eigene Meinung zu verschaffen.

Was bleibt?

Maxxis Minion FBF & FRB gibt es in 26 und 27.5 FAT

Wir haben montiert, gepumpt, gewogen und gemessen bis das Bier alle war und eine Menge Infos zusammengetragen. Für heute belassen wir es jedoch erstmal bei der Theorie. Aber wir sind bereits mit 27.5 FAT unterwegs und testen das System im Alltag. In der nächsten Zeit werden wir Euch mit unseren Erkenntnissen versorgen und auch mal eine grobe Marktübersicht mit Maßen und Gewichten zusammenstellen. Das Thema ist spannend! Bleibt dran!

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