Für manche ist das Paradies der Ort, wo Milch und Honig fließen. Für E-Mountainbiker ist es ein Ort, an dem sich flowige Trails im Sonnenschein die Berge hinabschlängeln, Touren entspannt bei einem Bier am Strand enden und man unter Gleichgesinnten ist. Ein Ort wie Massa Vecchia.


Paradies, das
Trennungen: Pa·ra·dies (Substantiv, Neutrum)
Ort, Bereich, der durch seine Gegebenheiten, seine Schönheit, seine guten Lebensbedingungen o. Ä. alle Voraussetzungen für ein schönes, glückliches, friedliches Dasein erfüllt


Das Bike-Resort Massa Vecchia liegt ca. 1,5 h südlich von Florenz mitten im Herzen der Toskana. In einer Region voller Geschichte, spannender Architektur, lieblicher Landschaft und jeder Menge gutem Essen! Das Meer ist in Sichtweite, die Dichte an exzellenten Eisdielen ist immens und die enorme Vielfalt an Trails macht jeden Biker glücklich. Doch wie kam es dazu, dass am Fuße der 8.000-Einwohner-Stadt Massa Marittima dieses Bike-Paradies entstand?


Statt viel Luxus gibt es in Massa Vecchia viel Herzlichkeit

Alles begann mit einer Vision

Vor mehr als 30 Jahren hatte der Schweizer Ernesto Hutmacher eine Vision. Nach einem schweren familiären Verlust wurde ihm klar, dass das Ziel des Lebens nicht sein konnte, bis zur Rente zu schuften, um dann die letzten verbleibenden Jahre zu genießen. Das Ziel sollte vielmehr sein, das gesamte Leben so lebenswert wie möglich zu gestalten. Ein Tagtraum brachte ihn schließlich auf die Lösung: Er wollte in die Toskana auswandern. Italienisch sprach er kein Wort. Durch Zufall kam er an ein heruntergekommenes Anwesen am Fuße der kleinen Stadt Massa Marittima – Massa Vecchia. Ernesto, der zwischenzeitlich im Lola-Team mit dem Formel-1-Rennfahrer Joakim Bonnier arbeitete, fuhr bereits Rennrad, entdeckte dann aber auch das Mountainbiken für sich. Der Grundstein für den Ort, wie wir ihn heute kennen und lieben, war gelegt.

Massa Vecchia ist kein Hotel, es ist eine Eldorado für Gleichgesinnte

Ernesto war relativ schnell klar: Hotelzimmer und ein üppiges Frühstück allein würden nicht reichen, um Biker in sein Hotel zu locken. Also begann er mit seinem Team und weiteren Helfern, nach und nach immer mehr Trails in den nahegelegenen Bergen anzulegen. Mittlerweile wurde der Verein Trail Brothers gegründet, der in der Region neue Trails baut und pflegt. Obendrein ist Ernesto auch in anderen Regionen aktiv, um sie vom Bike-Tourismus profitieren zu lassen – doch das ist eine andere Geschichte.

Schon vor Jahren hat das Team das Potenzial von E-Mountainbikes erkannt und seither gleich mehrere Uphill-Trails angelegt. So schlängelt sich z. B. der Trail „Spaghetti“ mit ähnlich vielen Windungen wie die gleichnamige Nudel den Berg Monte Arsenti empor. Unterwegs kommt man an der Bike-Hütte der Trail Brothers vorbei, an der man sein Wasser gegen eine kleine Spende auffüllen kann, bevor man dann wenige Meter weiter bergauf die Wahl zwischen zahlreichen Trails hat. Flowig bergab geht es auf dem „Scobine“ oder dem „Benedetto“, wer es gern anspruchsvoller mag, biegt auf den „Freeride“ oder den „Rock ’n’ Roll“ ein.

Jeden Tag gibt es geführte Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitslevels. Von der Cappuccino-Gruppe, die es ganz entspannt angehen lässt, bis hin zu ambitionierten Gruppen, die z. B. über die lokalen Bergketten fast ausschließlich auf Singletrails bis ans Meer fahren – hier gibt es alles. Eine neue Bike-Route führt von Massa Vecchia direkt in die historische Stadt Siena. Dabei ist die Organisation top: Bei Bedarf gibt es beispielsweise auf langen Touren die Möglichkeit, einen Akku-Wechsel durchzuführen, damit einem nicht der Saft ausgeht. Auch ein Besuch des nahegelegenen Trail-Netzwerks in Piombino oder eine Tour nach Elba ist empfehlenswert – beides wird direkt im Hotel angeboten.


Doch es sind nicht nur die Trails, die Region und das Hotel, die Massa Vecchia zu etwas so Besonderem machen. Es ist vor allem die ganz besondere Atmosphäre, die dort herrscht. Es sind die Menschen, die diesen Ort mit Leben füllen und die fast ausnahmslos die gleiche Leidenschaft teilen: Fahrrad fahren. In Massa Vecchia geht es entspannt und relaxt zu. Die Etikette eines Sterne-Hotels sucht man hier vergebens, auf gutes Essen muss man aber dennoch nicht verzichten. Hauseigener Wein, zarte Steaks und frische Pasta – Biker-Herz, was willst du mehr? Statt viel Luxus gibt es hier viel Herzlichkeit, sei es bei der Begrüßung oder beim High-Five nach der Tour. In Massa Vecchia ist man als Gast keine Nummer in einem Hotelzimmer. Man ist Mensch und spätestens bei einem guten Glas Rotwein am Lagerfeuer stellt man fest, worauf es wirklich ankommt: eine gute Zeit zu haben und das Leben zu genießen. Und das kann man in Massa Vecchia hervorragend. Ein echtes Paradies eben!


  • Lage: Massa Vecchia liegt am Fuße der Kleinstadt Massa Marittima, rund 85 km südlich von Florenz und 45 km westlich von Siena. Von München ist es mit dem Auto ca. 8 h entfernt.
  • Unterkunft: Es gibt Zimmer und Ferienwohnungen in verschiedenen Größen. Auch eine begrenzte Anzahl von Camping-Stellplätzen ist vorhanden.
  • Beste Reisezeit: März bis Juli und September bis Mitte November. Im Winter kann es kalt werden, im August ist es fast etwas zu heiß.
  • Service: mehrere geführte Touren pro Tag, Bike-Verleih, Lademöglichkeit, Werkstatt mit Mechaniker, Pumptrack, Pool, Massagen u. v. m.
  • Mehr Informationen: massavecchia.it

Der Beitrag Willkommen im Paradies! – Warum wir unser Herz an Massa Vecchia verloren haben erschien zuerst auf E-MOUNTAINBIKE Magazine.

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